Abenteuer neue Homepage: "Das werden wir schon sehen"

Heutzutage sollte man und dies gilt somit auch für Künstler „sichtbar werden und sein“.

Das bedeutet, solitär mit einer Tasse Ateliertee, verträumt aus dem Fenster seines Loft zu blicken bis die Muße entschließt einen zu küssen, reicht heute nicht mehr. Hat sicherlich noch nie gereicht.

Man sollte der Welt digitalen Einblick verschaffen in seine künstlerische Welt und ein bißchen auch in sein Leben. Denn beides hängt ja irgendwie und sowieso zusammen.

Menschen, die unsere Kunst kaufen, kommen vor allem durch Ausstellungen, inzwischen auch zunehmend über Mund zu Mund Propaganda und das Internet zu uns.


Im Falle des Expedition Hoiz Teams war die Situation 2019 folgende:

Meine Homepage aus dem Jahre 2011 war in die Jahre gekommen. Sie plagte so manches Zipperlein. Irgendwann gab es Fehlermeldungen, sprich die Homepage war todkrank. Nach langen Recherchen, fand ich schließlich einen kundigen Informatikmedizinmann, der eine OP am offenen Herzen vornahm, die tatsächlich gelang. Doch der Kundige ließ mich mit der unheilvollen Prophezeihung zurück, dass ich richtig viel Geld in die Hand werde nehmen müssen, um meine Seite upzudaten. Dieses Damoklesschwert schwebte fortan über mir.


Mathias hatte einige Jahre einen Bildhauerblog bei Wordpress betrieben. Eines Tages sahen wir jedoch eine Staubwolke am Horizont herannahen, die Angst und Schrecken vor allem unter den Kleingewerblern in unserem Umfeld verbreitete:

Die Staubwolke hieß DSGV (Datenschutzgrundverordnung). Es drohten angeblich horrende Strafen, ganze Scharen von Anwälten seien darauf angesetzt durch`s Netz zu schnüffeln, um Existenzen auszulöschen. Mathias meinte: Da habe ich keine Lust drauf und löschte kurzerhand seinen Blog. Ich schloss mich in meinem Netzwerk kurz und kopierte kurzerhand eine seitenlange DSGV einer Kollegin und hoffte das Beste.


Parallel zu dieser Entwicklung, wuchs die Vorstellung, dass die „Expedition Hoiz“ nicht nur der Titel einer gemeinsamen Ausstellungsreihe, sondern mehr sein könnte: Ein gemeinsames Dach, unter dem meine Malerei auf Holz(-fundstücken) und Mathias Bildhauerei mit regionalen Hölzern eigenständig wachsen und gedeihen könnten. Und dann war es auf einmal klar: Meine alte Homepage sollte in die ewigen Jagdgründe eingehen. Es war Zeit für etwas Neues!

So sattelte ich mein Erkundungspferd und machte mich auf geeignete Mitstreiter, sprich einen It ler zu finden, der auch mit einer Nichtwissenden verständlich kommunizieren konnte und wollte. Ebenso sollte der Preis angemessen sein, denn wir sind Künstler im Teilzeitbetrieb.

Um es kurz zu machen, das Ganze brauchte sehr viel Zeit & Nerven, die Dringlichkeit in mir wuchs stetig und schließlich musste ich mir eingestehen, dass die oben genannte Kombination schlichtweg nicht zu finden war. So formte sich noch widerstrebend ein Entschluss: „Selber machen, obwohl ich keine Ahnung habe“.


Diverse Baukastensysteme wurden geprüft und, gesegnet sei das Netzwerk, bekam ich den entscheidenden Tipp, kurz bevor ich am Verzweifeln war.

Inmitten dieser Recherchearbeiten, bemerkte ich eines Tages auf meiner Schreibtischplatte ein kleines Männlein. Es ließ seine kurzen Beinchen baumeln und raunte fast ununterbrochen vor sich hin:

„Das stellt sie sich so einfach vor…“, „Sie hat keine Ahnung…“, „Das kann nichts werden…“ und so weiter und so fort.

Jemand der so etwas die ganze Zeit vor sich hinraunt, kann nur der „DAS KANNST DU NICHT“ Gnom sein. Er war mir nicht unbekannt, aber gerade jetzt, konnte ich ihn gar nicht gebrauchen.


Tag 1 Startschuss: Ich setze mir Ohropax auf, um den Gnom nicht zu hören, begann mich durch den Dschungel der Möglichkeiten zu suchen und fand schließlich eine Vorlage, die passte.

Tag 2. Ich begann das Banner anzulegen, ebenso die Menüleiste. Noch befand ich mich bei 80 % Unwissenheit und Zweifel und 20 % Erkenntnisgewinn.

An Tag 3 geschah es dann: Das Blatt begann sich zu wenden.

Mir dämmerte, wie cool diese ganze Geschichte werden könnte. Als ich ganz euphorisiert aufblickte, sah ich einen kleinen Zauberer über meinen Schreibtisch spazieren. Er schwenkte eine farbig leuchtende Fahne auf der stand: „DAS WERDEN WIR SCHON SEHEN…“ und ich sah, dass er dem „Das kannst Du nicht“ Gnom einen farbigen Knebel in den Mund gesteckt hatte.


Jetzt konnte mich niemand mehr aufhalten:

Ich fügte die ersten Fotos ein: Der Zauberer applaudierte. Ich fand den Button, um Galerien einzupflegen: Der Zauberer prostete mir zu. Ich fand ein wirklich cooles Tool, um „Besucherstimmen“ zu präsentieren: Der Zauberer johlte ausgelassen. Mathias und ich kreierten selbständig ein Logo: Der Zauberer tanzte wie ein Derwisch auf der Tischplatte.

Der kleine Zauberer setzte ab jetzt sein Partyhütchen immer dann auf, wenn ich dachte: jetzt reicht es. Er rief mir zu: Es ist gut, aber es kann und wird noch besser werden! DAS WERDEN WIR SCHON SEHEN!

In jeder freien Minute setzte ich mich an die Homepage, um daran zu arbeiten. Der kleine Zauberer begleitete mich und gab mir Energie, als ich mehr und das Programm lernte und sprachlich auszudrücken, was wir eigentlich künstlerisch machten. Ich schärfte unser Profil nochmals und verband mich auf diese Weise mit dem Wesenskern der „Expedition Hoiz“. Es war ein absolut erfüllendes Gefühl: Denn… wer soviel Arbeit in eine Sache steckt, glaubt fest daran.


Erst kam die Arbeit mit der man rechnet, dann alles womit man nicht gerechnet hat und dann das was dann noch kommt! Es dauerte und dauerte. Zusammen mit Mathias brauchte es noch zwei Tage, bis die neue Seite dann tatsächlich online war. Und dann war es wirklich und wahrhaftig geschafft!

Und es hatte sich wirklich gelohnt! Über das Ergebnis bin ich heute noch glücklich, stolz und einfach nur erleichtert! Und wir bekamen ein wirklich unglaubliche Rückmeldungen.


Ach ja, den „DAS KANNST DU NICHT“ Gnom, habe ich seitdem nicht wieder gesehen.

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